Liebe Mitglieder des AK Mathematikunterricht und digitale Werkzeuge,
vor einigen Wochen hatten wir euch bereits eingeladen, euch den Termin für unsere Online-Tagung vorzumerken. Inzwischen steht das Programm, und wir freuen uns sehr auf drei spannende eingeladene Vorträge und den gemeinsamen Austausch mit euch!
Wann: Freitag, 23. Oktober 2026, 14:00–17:00 Uhr Wo: https://zoom.us/j/92101982389
PROGRAMM
14:00–14:15 Ankommen und Begrüßung
14:15–15:00 Corinna Hankeln (TU Dortmund) Tippen, sprechen, diagnostizieren: Offene Antwortformate im Mathe-sicher-können-Online-Check
15:05–15:50 Jürgen Roth (RPTU Kaiserslautern-Landau) Digitale Werkzeuge reflektiert einsetzen – Das DigiRef-Modell
15:55–16:40 Norbert Noster, Alissa Fock & Hans-Stefan Siller (Universität Würzburg) KIMAD – Impulse für Forschung und Praxis zu KI
16:45–17:00 Abschluss
Jeder Vortrag umfasst ca. 30 Minuten Vortrag und 15 Minuten Diskussion. Die Abstracts zu den Vorträgen findet ihr unten.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich – kommt einfach dazu. Wir freuen uns auf euch und auf einen anregenden Austausch!
Herzliche Grüße,
Sara (Becker) & Daniel (Thurm)
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ABSTRACTS
Corinna Hankeln Tippen, sprechen, diagnostizieren: Offene Antwortformate im Mathe-sicher-können-Online-Check
Offene Aufgabenformate, in denen Lernende ihre Antworten in eigenen Worten erklären, gelten als Königsweg zur Diagnose von Verstehensgrundlagen. Sie sind aber teuer: Antworten müssen kodiert werden, automatische Auswertung ist schwierig, und viele Lernende schreiben von sich aus wenig. Der Vortrag stellt zunächst den MSK-Online-Check vor, ein digitales formatives Assessment für die Klassen 4 bis 6. Die Checks kombinieren geschlossene Items, die automatisch ausgewertet werden, mit interaktiven und offenen Formaten, in denen Lernende Darstellungen selbst erzeugen oder ihre Deutungen begründen. Dashboards bündeln die Ergebnisse und verweisen direkt auf passende Förderaufgaben. Daten aus dem regulären Einsatz zeigen, dass spontane bedeutungsbezogene Sprache Information über die Korrektheit hinaus liefert, vor allem dort, wo auch eine differenzierte Auswertung der geschlossenen Antwort mehrdeutig bleibt – vorausgesetzt, die Lernenden erklären überhaupt, denn in der schriftlichen Erhebung bleiben häufig viele Antwortfelder inhaltsleer. Dies ändert sich, wenn Lernende ihre Antworten einsprechen statt tippen können. In einer Experimentalstudie mit 50 Sechstklässlerinnen und Sechstklässlern, die dieselben Bruchaufgaben in beiden Modalitäten bearbeiteten (215 Erklärungen, Rotation über drei Testhefte, Kontrolle relevanter Hintergrundvariablen), steigt nicht nur die Antwortlänge, sondern auch diagnostisch aussagekräftige Qualitäten wie die strukturelle Explizitheit und der Aspektreichtum der Erklärungen. Damit wächst zugleich der Auswertungsaufwand, weshalb abschließend Einblicke in eine Machbarkeitsstudie zur automatisierten Vorkodierung offener Antworten mithilfe von Large Language Models gegeben werden.
Jürgen Roth Digitale Werkzeuge reflektiert einsetzen – Das DigiRef-Modell
Obwohl der Einsatz digitaler Werkzeuge die Entwicklung mathematischer Kompetenzen nachweislich fördern kann, werden diese im Mathematikunterricht von Lernenden nach wie vor eher selten genutzt. Dies gilt sowohl für die Nutzung in Form von vorstrukturierten Applets, die teilweise in Lernumgebungen eingebettet sind, als auch und insbesondere für den Einsatz als digitales Werkzeug ohne Vorstrukturierung zur selbstständigen Lösung von Aufgaben. Vor dem Hintergrund, dass die Kultusministerkonferenz den Einsatz sogenannter modularer Mathematik-Systeme (MMS) in Prüfungen und im Abitur ab 2030 neu regelt, wird es immer relevanter, sich der Frage zu nähern, welche Werkzeugstrategien und -kompetenzen Lernende nutzen bzw. entwickeln müssen, um digitale Werkzeuge zielgerichtet zur Lösung von Aufgaben einsetzen zu können. Im Vortrag wird das DigiRef-Modell vorgestellt. Es ermöglicht die Diagnose von Bearbeitungsprozessen von Lernenden beim Einsatz digitaler Werkzeuge sowie die Identifizierung und Entwicklung von Unterstützungsmaßnahmen zum Aufbau der benötigten Werkzeugkompetenzen.
Norbert Noster, Alissa Fock & Hans-Stefan Siller KIMAD – Impulse für Forschung und Praxis zu KI
Die rasanten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) stellen nicht nur die Gesellschaft insgesamt, sondern auch die Bildungswissenschaften und Fachdidaktiken vor neue Herausforderungen – und eröffnen zugleich vielversprechende Möglichkeiten. Zur Diskussion stehen neben Potenzialen in der Forschung auch mögliche neue Formen des Lehrens und Lernens. Damit einher gehen sich wandelnde Anforderungen an die am Bildungsprozess beteiligten Personen, wodurch das Thema KI auch in der Didaktik der Mathematik zunehmend an Relevanz gewinnt. Um dieser Dynamik einen gemeinsamen Ort des Austauschs zu geben, wurde im Anschluss an die Jahrestagung der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik 2024 das Symposium KiMAD – KI in der Mathematikdidaktik ins Leben gerufen. In diesem Beitrag werden Einblicke in das Symposium und verschiedene Impulse für Forschung und Praxis zu KI vorgestellt und diskutiert. Dabei wird ein Überblick über die Forschungslandschaft im Bereich der STEM-Bildung gegeben, Aspekte der Lehrpersonenbildung werden beleuchtet und Erkenntnisse zu Unterrichtsbeispielen mit Schüler*innen werden thematisiert.
akmdw@lists.didaktik-der-mathematik.de